Über mich

Foto: Christel Kuke
Foto: Christel Kuke

Mit Blockflöte, Bach und einem Kassettenrekorder begann die Liebe zur Musik. Aus der Flöte wurde eine Klarinette, aus der Liebe ein Studium und aus dem Kassettenrekorder?

So weit sind wir noch nicht. Erstmal an die Musikhochschule Köln, klassisches Klarinettenstudium, Examen in Instrumentalpädagogik und Diplom in künstlerischer Reife. Daneben mal andere Instrumente ausprobiert wie die Bassklarinette, das Sopran- und Altsaxophon.

Die Liebe zur Musik wollte weiter gelebt werden. Also selbst spielen: im Blasorchester der Kölner Verkehrsbetriebe, im Orchester Bergheim, im Kölner Salonorchester „Die Madämchen“. Umzug nach Berlin und immer weiter spielen: Im Damenorchester Salomé, bei den „Tonspielerinnen“, bei den musikalisch-szenischen Lesungen mit Susan Muhlack, bei „Les Dompteuses des Saxos“, der „KlarinettenQuadriga“ und „Sax de Deux“. Reicht das? Niemals.

Bei der Leitung der Holzregisterproben des Musikchor St. Marien, Köln, wuchs etwas Neues. Es machte Spaß, die zweite Dirigentin dort zu sein und – das Feuer war entfacht: Der Wunsch ein eigenes Orchester zu leiten.

Mit engagierten Frauen das Frauenblasorchester Berlin (FBOB) zu gründen, eröffnete ein ganz neues Feld: Laienmusikerinnen anzuleiten, Musik auszusuchen, zu erproben, zu arrangieren, Konzerte zu geben, CDs einzuspielen. Das Orchester wuchs und gedieh. Bald machten 60 Frauen mit, es gab Konzerte im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin, im Roten Rathaus, auf der Freilichtbühne Spandau und an vielen anderen großen und kleinen-aber-feinen Orten Berlins. Und dann? Wollten immer mehr Frauen mitmachen. Also wurde ein zweites Orchester gegründet, Holz und Blech und wieder gab es Musik auszusuchen, Konzerte zu geben, CDs einzuspielen…

Da das FBOB so gut ankam, gab es zum Zehnjährigen ein Crowdfunding für einen Film über das Orchester – und seine Dirigentin – und eine Auftragskomposition von Susanne Stelzenbach. Neue Musik. Ganz aufregend und ungewohnt für die Orchesterfrauen.

Und was geschah mit dem Kassettenrekorder? Nun, erstmal braucht niemand einen Kassettenrekorder, wenn ein ganzes Orchester Wunschkonzert spielen kann. Und doch steht er in Form eines CD-Players manchmal vorn und spielt unbekannte Stücke an, damit sich die Musikerinnen einhören können. Wie zum Beispiel in das Luftspiel von Stelzenbach. Das ist neu, ungewohnt und, ja, schwierig. Da kommt so ein kleiner Kassettenrekorder/CD-Player noch einmal richtig zum Einsatz. Und die Herausforderung wird gern angenommen, besser zu spielen als dieses Elektrodings.

 

Text Meiken Endruweit

www.stapel-lauf.de

*Dipl. Klarinettistin

*Instrumentalpädagogin

*Saxophonistin

*Dirigentin

*Arrangeurin